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Ritterliches Treiben in Wien ...


 Auch wenn es uns, Ungarn, überraschen mag, im Gegensatz zu der jahrzehntelangen Praxis in Budapest gab es auf der vielfarbigen und reichen gastronomischen Palette von Wien bis jetzt kein Ritterlokal. Im Herbst 2009 aber wurde im Herzen von Wien, unweit von der Oper und dem multikulturellen Trubel des berühmten Naschmarktes das Restaurant Camelot eröffnet, und dadurch die österreichische Hauptstadt mit einer neuen und einzigartigen gastronomischen Attraktion bereichert, die auch seitdem keine Konkurrenz gefunden hat.
 
Die Legende von König Arthurs Hof – aber wahrscheinlich viel eher der Erfolg des ungarischen Ritterlokals – hat die Besitzer inspiriert, im September 2009 das erste mittelalterliche Restaurant von Wien zu eröffnen zur größten Freude all deren, die auch beim Essen „groß denken” möchten. Man soll und darf auch nicht eine gastrowissenschaftliche Studienreise erwarten, wenn man die in Vergessenheit geratene kulinarische Welt des Mittelalters suchend sich ins Camelot begibt. Wenn wir nämlich darauf bestehen würden, müssten wir uns mit einer viel kleineren Auswahl an Zutaten und Gerichten zufrieden geben und wahrscheinlich auch auf einige unserer Lieblingsgetränke verzichten, von den kohlensäurehaltigen Erfrischungen ganz zu schweigen. Die reiche Auswahl an Fleischgerichten wird vom Chef zum Teil nach zeitgenössischen Rezepten auf Rost zubereitet, zu den weiteren Spezialitäten des Restaurants gehören die verschiedenen reichhaltigen Platten für 2-6 Personen sowie die Viehhändlersuppe aus ungarischem Graurind, des Vorkosters erste Wahl – Gänseleber vom Rost mit Kartoffeln und Letschogemüse -, das Abendmahl des Königs mit einem 400 Gramm schweren Büffel-Steak und noch weitere Leckereien, bei der Zusammenstellung der Speisekarte hat man aber natürlich auch an die vegetarischen Ritter gedacht. Die Namen „König Arthurs Schmaus”, „Schmaus des Schwarzen Ritters”, „Siegesschmaus”, „Suppe des reichen Ritters”, „Barbarenfest”, „Lady Viviens Leibgericht” oder der „Magentröster” mögen vielen Wanderrittern bekannt vorkommen, die schon einmal im Keller von Sir Lancelot in der Podmaniczky utca gewesen sind. Es ist ja auch nicht überraschend, denn einer der Inhaber von Camelot hat das Handwerk der Rittergastronomie in genau diesem Budapester Lokal erlernt.

Die Innenarchitekten haben versucht, eine solch authentische Stimmung im Halbdunkeln zu schaffen, die es den Besuchern erleichtern soll, sich in die Welt der Ritter zu versetzen: die Wände sind durch Fresken verziert, Bleiglasfenster und originalgetreue Kopien von mittelalterlichen Möbeln und Gegenständen bestimmen das Ambiente. Das behindertengerecht gestaltete Restaurant bietet bis zu 220 Gästen auf einer Fläche von 450 m² seine Räumlichkeiten an, das Team des Camelot organisiert auch gerne private oder Firmenveranstaltungen mit abwechslungsreichen Programmen. Zum Gesamtbild gehört unerlässlich die Kleidung des Personals dazu, dementsprechend tragen die Weibsleute und Jünglinge des Lokals zeitgenössische Kostüme. Entprechend den Essgewohnheiten der mittelalterlichen Ritter dürfen die Gäste im Camelot beim Essen nur ihre Finger, Löffel und höchstens Messer benutzen. Gabel sind hier verdammt.

Freitag und Samstag abends werden die Gäste mit einem 3-stündigen mittelalterlichen Trubel unterhalten, während des reichlichen Abendmahls unterhalten Musiker, Gaukler, Bauchtänzer und Feuerschlucker das Publikum. Bei unserem Besuch übte der stattliche Zauberer den größten Eindruck auf uns, der mit seinem Aussehen den Hagrid der Harry Potter Bücher heraufbeschwörte, und über einige seiner Tricks wurde auch noch auf dem Heimweg im Auto gesprochen.

Alles in allem: seien wir ritterlich mit dem Wiener Camelot! Obwohl wir für keins der Gerichte ein Duell austragen würden (na gut, vielleicht für die Schweinehaxe mit Rotkraut…), wir schätzen dennoch sehr das frisch gezapfte belgische Bier, den edlen Versuch, das mittelalterliche Schmausen auch in der Kaiserstadt heimisch zu machen und das stets um das Wohlergehen der Gäste bemühte, tapfere Personal, dem der Inhaber irgendwann vielleicht sogar zu verdanken haben wird, wenn er zum Ritter geschlagen wird – in einem Wiener Café…

                                            - matt -

Foto: www.camelot-restaurant.at


Information und Reservierung:
Camelot Restaurant
A- 1040 Wien, Rechte Wienzeile 21
Tel.: +43/ 1/585 22 22
E-Mail: camelot@camelot-restaurant.at
Internet: www.camelot-restaurant.at

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