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Auslaufmodell Print-Tageszeitung

Die Tage der gedruckten Tageszeitungen sind gezählt. In den USA wird es sie innerhalb von sieben Jahren nicht mehr geben. Großbritannien und Island verzichten ab 2019 auf gedruckte Neuigkeiten. In Norwegen wird es ein Jahr später soweit sein. In Australien und Hong Kong verlängern die Zeitungsverleger die Lebensspanne der gedruckten Ausgaben bis 2022.

Ein Jahr später stellen Finnland, Singapur sowie Grönland die Produktion ein. Die französische Regierung hält bis 2029 an den traditionellen Tageszeitungen fest. In Deutschland dagegen stehen die Druckerpressen für Tagesaktuelles erst 2030 still.

Der weltweit anerkannte Zukunftsexperte und Bestellerautor Ross Dawson stellte vergangene Woche in einem Interview im „Australian“ eine gewagte These auf. Er prophezeite den Untergang der gedruckten Tagespresse in 52 Ländern bis 2040. An ihre Stelle treten digitale, interaktive Zeitungen aus leichtem falt- oder rollbarem Material, die sogar Videos abspielen können. Lediglich auf den Wachstumsmärkten wie Afrika, Süd-Amerika und in Teilen von Asien bleibt die gedruckte Zeitung weiterhin aktuell.

Verleger müssen auf neue Medien setzen

„Der Prozess des Zeitungssterbens hat in den Industrieländern bereits begonnen“, so der Zukunftsforscher und Präsident des Future Exploration Network Think Tank. Gründe sieht er in der rapiden Veränderung der Mediennutzung gepaart mit einer Kostenverschiebung. Seine Vorhersage über die Einstellung der traditionellen Tageszeitung basiert auf den Entwicklungen auf dem US-amerikanischen Markt. Seit Jahren leiden dort Tageszeitungen und Magazine unter dem Rückgang der Anzeigenkunden und Leser.

Doch dieses ist nicht nur ein amerikanischer Trend, sondern lässt sich weltweit beobachten. Vor allem das Nachrichtenangebot im Internet macht den Zeitungshäusern zunehmend Konkurrenz. Nachrichtenseiten bekannter Magazine, Blogs und Twitter sind aktueller als das gedruckte Wort am nächsten Morgen.

„Es wird eine Verschiebung darin geben, was Zeitungen zurzeit tun hin zu neuen Kanälen unterschiedlichster Sorte“, erklärt der Futurist. Publikationen wie die „New York Times“, „Wall Street Journal“ die „Times“, der „Australian“ und die „Welt“ erweitern schon heute ihr Angebot. Sie entwickeln Applikationen, die das Lesen auf Tablet-PCs ermöglichen, und experimentieren damit, ihren Online-Content kostenpflichtig zu stellen.

Am Ende der Dekade wird nach Auffassung Dawsons eine digitale Tageszeitung stehen, die die Qualitäten einer gedruckten Zeitung mit den Vorzügen der Online-Welt vereint. (Quelle: www.pr-agentur-blog.de 12/2010)

 

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